{"id":155,"date":"2013-11-16T21:55:20","date_gmt":"2013-11-16T21:55:20","guid":{"rendered":"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/?p=155"},"modified":"2013-11-16T22:03:57","modified_gmt":"2013-11-16T22:03:57","slug":"bausaison","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/2013\/11\/bausaison\/","title":{"rendered":"Bausaison"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/www.der-sulzer-online.de\/archiv\/pdf\/sulzer-12-2012.pdf\" target=\"_blank\"><em>Der Sulzer, Ausgabe 272, Dezember 2012, Seite 34 + 35<\/em><\/a><\/p>\n<p><strong><em>Liebe Leserinnen und Leser in und um Sulzbach,<\/em><\/strong><br \/>\nviele Gr\u00fc\u00dfe aus Ihrem Partnerkreis Bassila in Benin, Westafrika. Die Regenzeit ist vorbei, die diesj\u00e4hrige Trockenzeit hat begonnen. Und damit beginnt hier auch die Bausaison. Noch ist Wasser in den Brunnen, und man erwartet keine heftigen Regenf\u00e4lle mehr, welche die Mauern auf der Baustelle zum Einst\u00fcrzen bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir h\u00f6ren und lesen immer wieder, wie sehr Sie sich f\u00fcr den Bau von Schulgeb\u00e4uden in unserem Kreis engagieren. Herzlichen Dank! Deshalb wollen wir ihnen mal ein bisschen erz\u00e4hlen, wie das Bauen sich hier von dem in Deutschland unterscheidet.<\/p>\n<p>Es gibt keine Baustoffhandlungen oder Baum\u00e4rkte, man kauft auch Steine nicht fertig. Vieles, was bei Ihnen mit Maschinen gemacht wird, ist hier Handarbeit. Bauunternehmer gibt es auch, aber sie sind eher selten. Der Bauherr besorgt sich meistens selber die Baumaterialien und die Handwerker. Die meisten Geb\u00e4ude werden hier inzwischen mit Zement und Wellblech gebaut, Lehmh\u00e4user und strohgedeckte D\u00e4cher werden immer seltener.<\/p>\n<figure id=\"attachment_157\" aria-describedby=\"caption-attachment-157\" style=\"width: 1063px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Sandlaster-f\u00fcr-web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-157\" alt=\"Ein Sandlaster wird beladen\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Sandlaster-f\u00fcr-web.jpg\" width=\"1063\" height=\"530\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Sandlaster-f\u00fcr-web.jpg 1063w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Sandlaster-f\u00fcr-web-300x149.jpg 300w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Sandlaster-f\u00fcr-web-1024x510.jpg 1024w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Sandlaster-f\u00fcr-web-644x320.jpg 644w\" sizes=\"auto, (max-width: 1063px) 100vw, 1063px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-157\" class=\"wp-caption-text\">Ein Sandlaster wird beladen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zuerst kauft man Zement in S\u00e4cken von 50 kg, die im Lieferwagen oder auf dem Motorrad zur Baustelle transportiert werden. Dort werden sie von Hand abgeladen und auf dem Kopf zum Lagerplatz gebracht. Dann braucht man Sand. Dazu bestellt man eine oder mehrere Fuhren per Lastwagen. In der Sandgrube wird er von Hand auf die Ladefl\u00e4che geschaufelt. An der Baustelle wird er dann einfach abgekippt.<\/p>\n<p>Das sind schon mal die &#8220;Zutaten&#8221;, mit denen man die Steine machen kann. Der Maurer oder der Azubi mischen Zement, Sand und Wasser mit der Schaufel am Boden. Sie haben die gew\u00fcnschten Stahlformen mitgebracht: Sie sind alle 40 cm lang 20 cm hoch. Die Breite variiert, es gibt 20, 15 oder 10 cm. Man kann solide Steine machen oder den Zusatzeinsatz f\u00fcr Hohlblocksteine verwenden. Die jeweilige Stahlform wird gef\u00fcllt und mit der Schaufel\u00a0 festgeklopft. Der Maurer st\u00fcrzt die Form von Hand auf den Erdboden und zieht sie vorsichtig ab. Nun steht der erste Stein von vielen. Man stellt immer gleich Hunderte auf einmal her. Sie m\u00fcssen mehrere Tage aush\u00e4rten, und man hofft, dass die Ziegen und die Kinder nicht darauf herumlaufen, bevor sie fest sind. Eine gro\u00dfe Fl\u00e4che mit frisch hergestellten Steinen ist hier der Anfang jeder Baustelle.<\/p>\n<figure id=\"attachment_158\" aria-describedby=\"caption-attachment-158\" style=\"width: 1063px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Steine-herstellen-voll-f\u00fcr-web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-158\" alt=\"Zwei Maurer stellen Steine her\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Steine-herstellen-voll-f\u00fcr-web.jpg\" width=\"1063\" height=\"797\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Steine-herstellen-voll-f\u00fcr-web.jpg 1063w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Steine-herstellen-voll-f\u00fcr-web-300x224.jpg 300w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Steine-herstellen-voll-f\u00fcr-web-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1063px) 100vw, 1063px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-158\" class=\"wp-caption-text\">Zwei Maurer stellen Steine her<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn man Kies f\u00fcr Beton braucht, f\u00e4hrt man hier in Bassila zum Steinbruch. Dort sitzen mehrere Frauengruppen, deren freiwilliger (!) Beruf es ist, von Hand aus Felsen Kies zu klopfen. Der wird sch\u00fcsselweise verkauft und auf den Laster geladen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_156\" aria-describedby=\"caption-attachment-156\" style=\"width: 1063px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kiesherstellung-f\u00fcr-web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-156\" alt=\"Kiesherstellung von Hand\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kiesherstellung-f\u00fcr-web.jpg\" width=\"1063\" height=\"760\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kiesherstellung-f\u00fcr-web.jpg 1063w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kiesherstellung-f\u00fcr-web-300x214.jpg 300w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Kiesherstellung-f\u00fcr-web-1024x732.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1063px) 100vw, 1063px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-156\" class=\"wp-caption-text\">Kiesherstellung von Hand<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine Gruppe von Maurern erstellt zuerst den Rohbau. Dann bauen Tischler oder Schlosser T\u00fcren und Fenster aus Holz oder Stahl. Und schlie\u00dflich geht es an den Dachstuhl: Die Balken gibt es in der S\u00e4gerei, das Wellblech im Laden, in Gebinden von je 10 St\u00fcck. Das H\u00e4mmern der Dachdecker h\u00f6rt man in der Bausaison weit. Dann wird der Fu\u00dfboden gegossen, vielleicht noch eine Sperrholzdecke eingezogen und die W\u00e4nde verputzt. Fertig zum Einzug! Einige Bauherren haben auch noch Geld f\u00fcr den Maler, aber das kommt oft erst viele Jahre sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Bauen ist teuer, und es kann sich nicht jeder gleich ein ganzes Haus leisten. Alles wird direkt in bar bezahlt.\u00a0 Deshalb bauen viele Leute auf Etappen. In einem Jahr werden die Steine vorbereitet, n\u00e4chstes Jahr hat man vielleicht das Geld zum Mauern. Und ein oder zwei Jahre sp\u00e4ter hat man vielleicht das Geld f\u00fcr das Dach oder die T\u00fcren und Fenster. Viele Baustellen brauchen Jahre vom Baubeginn bis zum Einzug, andere gehen manchmal auch ganz schnell. Manche bauen auch erst mal ein oder zwei Zimmer und bauen sp\u00e4ter an.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens haben sogar die leeren Zements\u00e4cke noch einen Marktwert: Die Krapfen-Verk\u00e4uferinnen wickeln darin ihre Ware ein.<\/p>\n<p>Bis zum n\u00e4chsten Mal!<\/p>\n<p><em>Viele Gr\u00fc\u00dfe,<\/em><br \/>\n<em>Stefanie Zaske<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dezember 2012<br \/>\nDie Regenzeit ist vorbei, die diesj\u00e4hrige Trockenzeit hat begonnen. Und damit beginnt hier auch die Bausaison. 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