{"id":169,"date":"2013-11-16T22:32:20","date_gmt":"2013-11-16T22:32:20","guid":{"rendered":"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/?p=169"},"modified":"2013-11-16T22:50:14","modified_gmt":"2013-11-16T22:50:14","slug":"wo-sind-denn-kuche-und-bad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/2013\/11\/wo-sind-denn-kuche-und-bad\/","title":{"rendered":"Wo sind denn K\u00fcche und Bad?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/www.der-sulzer-online.de\/archiv\/pdf\/sulzer-04-2013.pdf\" target=\"_blank\"><em>Der Sulzer, Ausgabe 276, April 2013, Seite 20 + 21<\/em><\/a><\/p>\n<p><strong><em>Liebe Leserinnen und Leser in und um Sulzbach,<\/em><\/strong><br \/>\nviele Gr\u00fc\u00dfe aus Ihrem Partnerkreis Bassila in Benin, Westafrika. Auch hier tr\u00e4umen ganz viele Menschen vom eigenen Haus. Die Grundst\u00fccke sind relativ g\u00fcnstig, und es werden immer wieder neue Stadtteile als Bauland ausgewiesen, vermessen und verkauft. So besitzen viele Leute bereits ein oder mehrere Grundst\u00fccke, aber gebaut wird oft erst Jahre sp\u00e4ter und auf Etappen, so wie es das Geld erlaubt. Sobald der erste Bauabschnitt bewohnbar ist, zieht man ein. Entweder selber, oder man vermietet.<\/p>\n<p>Meist sind es Leute von au\u00dferhalb, die zur Miete wohnen. Sie sind zum Arbeiten nach Bassila gekommen, vielleicht als Lehrer, Beamte, Handwerker oder Polizisten. Viele werden regelm\u00e4\u00dfig versetzt, oft alle zwei Jahre. Und so gibt es in Mietwohnungen viel Wechsel. Viele Bassilaner, die au\u00dferhalb arbeiten, bauen im Heimatort ein Haus, das sie erst mal vermieten, und dann typischerweise zur Rente selber beziehen.<\/p>\n<p>Einige H\u00e4user werden auch gezielt als Mietsh\u00e4user gebaut, mit getrennten Wohneinheiten: Es gibt einzelne Zimmer f\u00fcr Alleinstehende oder mehrere Sch\u00fcler, die hier die weiterf\u00fchrende Schule besuchen. Und es gibt Wohnungen mit einem oder zwei Schlafzimmern mit Wohnzimmer. Darin wohnt dann eine ganze Familie. Man kann auch ganze Einfamilienh\u00e4user mieten.<\/p>\n<p>Soweit ist alles noch ganz \u00e4hnlich wie bei Ihnen. Aber vielleicht haben Sie sich schon gewundert, dass ich K\u00fcche und Bad nicht erw\u00e4hnt habe. Nun ja, die sind im Hof! Flie\u00dfendes Wasser gibt es fast nirgends.<\/p>\n<figure id=\"attachment_176\" aria-describedby=\"caption-attachment-176\" style=\"width: 1063px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Dusche-f\u00fcr-web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-176\" alt=\"Dusche im Hof\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Dusche-f\u00fcr-web.jpg\" width=\"1063\" height=\"754\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Dusche-f\u00fcr-web.jpg 1063w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Dusche-f\u00fcr-web-300x212.jpg 300w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Dusche-f\u00fcr-web-1024x726.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1063px) 100vw, 1063px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-176\" class=\"wp-caption-text\">Dusche im Hof<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Latrine ist im Hof in einer Ecke, und die Dusche ist einfach ein Sichtschutz aus Palmzweigen, Stroh oder ein kleines gemauertes Kabuff, immer ohne Dach, und ca. schulterhoch. Dorthin bringt man seinen Eimer mit frischem Wasser und w\u00e4scht sich. Die Kinder duschen oft direkt im Hof und seifen sich gegenseitig ein. Babys badet man in einer gro\u00dfen Blechsch\u00fcssel.<\/p>\n<figure id=\"attachment_174\" aria-describedby=\"caption-attachment-174\" style=\"width: 1063px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/brunnen-f\u00fcr-web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-174\" alt=\"Brunnen im Hof\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/brunnen-f\u00fcr-web.jpg\" width=\"1063\" height=\"1418\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/brunnen-f\u00fcr-web.jpg 1063w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/brunnen-f\u00fcr-web-224x300.jpg 224w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/brunnen-f\u00fcr-web-767x1024.jpg 767w\" sizes=\"auto, (max-width: 1063px) 100vw, 1063px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-174\" class=\"wp-caption-text\">Brunnen im Hof<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wasser sch\u00f6pft man entweder aus einem Brunnen direkt beim Haus oder in der Nachbarschaft. Trinkwasser kauft man sch\u00fcsselweise am \u00f6ffentlichen Wasserhahn. Und zum Waschen geht man teilweise mit der W\u00e4sche zum Bach am Stadtrand, damit man nicht so viel Wasser sch\u00f6pfen und tragen muss.<\/p>\n<figure id=\"attachment_177\" aria-describedby=\"caption-attachment-177\" style=\"width: 1063px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Pumpe-f\u00fcr-web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-177\" alt=\"\u00f6ffentlicher Trinkwasserhahn\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Pumpe-f\u00fcr-web.jpg\" width=\"1063\" height=\"2055\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Pumpe-f\u00fcr-web.jpg 1063w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Pumpe-f\u00fcr-web-155x300.jpg 155w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Pumpe-f\u00fcr-web-529x1024.jpg 529w\" sizes=\"auto, (max-width: 1063px) 100vw, 1063px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-177\" class=\"wp-caption-text\">\u00f6ffentlicher Trinkwasserhahn<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gekocht wird eigentlich immer drau\u00dfen, au\u00dfer wenn es heftig regnet. Die H\u00e4user oder die Wohnungen haben oft eine &#8220;K\u00fcche&#8221;, die aber eigentlich fast nur ein Abstellraum f\u00fcr K\u00fcchenutensilien und Vorr\u00e4te ist. Die meisten Familien kochen auf offenem Feuer, mit Brennholz oder Holzkohle. Die Kochstelle steht im Hof. Die Frauen sitzen auf kleinen Hockern daneben, bereiten die Zutaten in der Hand und in Sch\u00fcsseln vor. Die Ziegen und die H\u00fchner holen sich gleich die Schalen oder die herunterfallenden K\u00f6rner. Kompost braucht man hier eigentlich nicht. Und manchmal holen sich die Tiere auch einen Bissen vom fertigen Essen &#8230;<\/p>\n<p>Zum Essen sitzt man nicht um einen Esstisch, sondern auf Hockern, St\u00fchlen, B\u00e4nken oder Matten im Hof oder im Zimmer. Man sitzt alleine oder in kleinen Gruppen, gemeinsame Mahlzeiten als ganze Familie gibt es hier nicht unbedingt. Jeder bekommt seine Portion ausgesch\u00f6pft auf einen Teller oder in eine Sch\u00fcssel, die man in der Hand oder auf dem Scho\u00df hat.<\/p>\n<p>Lasst uns essen &#8211; so sagt man hier &#8220;Guten Appetit&#8221;. Du und das Essen &#8211; ist die Antwort darauf.<\/p>\n<p>Bis zum n\u00e4chsten Mal!<\/p>\n<p><em>Viele Gr\u00fc\u00dfe,<\/em><br \/>\n<em>Stefanie Zaske<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>April 2013<br \/>\nAuch hier tr\u00e4umen ganz viele Menschen vom eigenen Haus. Die Grundst\u00fccke sind relativ g\u00fcnstig, und es werden immer wieder neue Stadtteile als Bauland ausgewiesen, vermessen und verkauft. 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