{"id":197,"date":"2013-11-16T23:36:39","date_gmt":"2013-11-16T23:36:39","guid":{"rendered":"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/?p=197"},"modified":"2013-11-16T23:36:39","modified_gmt":"2013-11-16T23:36:39","slug":"regenzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/2013\/11\/regenzeit\/","title":{"rendered":"Regenzeit"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/http:\/\/www.der-sulzer-online.de\" target=\"_blank\"><em>Der Sulzer, Ausgabe 282, Oktober 2013, Seite ?<\/em><\/a><\/p>\n<p><em><strong>Liebe Leserinnen und Leser in und um Sulzbach,<\/strong><\/em><br \/>\nviele Gr\u00fc\u00dfe aus der Regenzeit in Ihrem Partnerkreis Bassila in Benin, Westafrika. Hier gibt es j\u00e4hrlich eine Trockenzeit und eine Regenzeit. Die ersten Regen fallen im Mai; im Juli geht es dann so richtig los, und normalerweise endet die Regenzeit im Oktober. Ein halbes Jahr lang ist das ganze Land \u00fcppig gr\u00fcn. In der Trockenzeit regnet es dann in einigen Jahren 6 Monate gar nicht, in anderen nur ein paar Mal. Die Vegetation vertrocknet, nur noch die B\u00e4ume bleiben gr\u00fcn.<\/p>\n<figure id=\"attachment_192\" aria-describedby=\"caption-attachment-192\" style=\"width: 1063px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Buschlandschaft-f\u00fcr-web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-192\" alt=\"Buschlandschaft in der Regenzeit\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Buschlandschaft-f\u00fcr-web.jpg\" width=\"1063\" height=\"797\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Buschlandschaft-f\u00fcr-web.jpg 1063w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Buschlandschaft-f\u00fcr-web-300x224.jpg 300w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Buschlandschaft-f\u00fcr-web-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1063px) 100vw, 1063px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-192\" class=\"wp-caption-text\">Buschlandschaft in der Regenzeit<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gem\u00fctlichen Nieselregen gibt es hier fast gar nicht, meistens gie\u00dft es in Str\u00f6men, oft sogar mit starkem Sturm und heftigen Gewittern, oft auch stundenlang. Meistens gibt es dann auch gleich Stromausfall, und es gibt viele Blitzsch\u00e4den. Der Sturm deckt oft D\u00e4cher ab oder entwurzelt B\u00e4ume. Regen ist hier fast immer spektakul\u00e4r, und wir schauen auch nach 13 Jahren in Afrika noch gerne von der Terrasse aus zu: Die B\u00e4ume biegen sich, die Wege verwandeln sich in B\u00e4che, der Wind treibt den Regen seitlich ins Haus, und im Zimmer versteht man kein Wort, weil es so laut ist, wenn der Regen auf das Wellblech trommelt.<\/p>\n<p>Wenn es regnet, kommt das Leben zum Stillstand. Dann kann man eine Verabredung automatisch als abgesagt betrachten, denn jeder bleibt, wo er gerade ist. Es regnet ja schlie\u00dflich. Regenjacken oder Schirme haben nur wenige, und im rei\u00dfenden Bach auf absch\u00fcssigen Wegen schwimmt auch schon mal ein Badelatschen davon.<\/p>\n<p>Die Lehmstra\u00dfen werden vom Regen sehr ausgewaschen, und das Reisen wird beschwerlich. Br\u00fccken werden manchmal weggewaschen, manche Stra\u00dfen werden unpassierbar. Manche Br\u00fccke wird mit Holzbohlen und Brettern provisorisch\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 repariert. Mancherorts werden Holzpiroggen als F\u00e4hren f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger und Motorr\u00e4der eingesetzt. Am Ende der Regenzeit werden dann viele der Lehmstra\u00dfen von einem Stra\u00dfenhobel wieder gegl\u00e4ttet. Selbst die Asphaltstra\u00dfen leiden, wenn der Unterboden aufweicht und die schweren Lastwagen dar\u00fcberfahren: Es entstehen sehr viele neue Schlagl\u00f6cher, die in der Trockenzeit dann zum Teil wieder repariert werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_196\" aria-describedby=\"caption-attachment-196\" style=\"width: 1063px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Stra\u00dfe-f\u00fcr-web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-196\" alt=\"Hohes Gras am Stra\u00dfenrand\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Stra\u00dfe-f\u00fcr-web.jpg\" width=\"1063\" height=\"797\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Stra\u00dfe-f\u00fcr-web.jpg 1063w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Stra\u00dfe-f\u00fcr-web-300x224.jpg 300w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Stra\u00dfe-f\u00fcr-web-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1063px) 100vw, 1063px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-196\" class=\"wp-caption-text\">Hohes Gras am Stra\u00dfenrand<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch das Stadtbild \u00e4ndert sich in der Regenzeit, das Gras auf den freien Fl\u00e4chen und um die H\u00e4user wird mehrere Meter hoch. Hier ein Foto mitten im Ort, direkt vor unserem B\u00fcro.<\/p>\n<figure id=\"attachment_194\" aria-describedby=\"caption-attachment-194\" style=\"width: 1063px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Gras-f\u00fcr-web.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-194\" alt=\"Mitten in der Stadt\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Gras-f\u00fcr-web.jpg\" width=\"1063\" height=\"797\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Gras-f\u00fcr-web.jpg 1063w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Gras-f\u00fcr-web-300x224.jpg 300w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/Gras-f\u00fcr-web-1024x767.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1063px) 100vw, 1063px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-194\" class=\"wp-caption-text\">Mitten in der Stadt<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die gesamte Landwirtschaft hier ist von der Regenzeit abh\u00e4ngig, Bew\u00e4sserung f\u00fcr Felder gibt es nicht. Damit ist das Wetter ein Dauergespr\u00e4chsthema. Fast alle Familien leben von der Landwirtschaft, sogar Beamten bestellen nebenher ihre kleinen Felder. Jedes Jahr wird die Regenzeit ungeduldig erwartet. Nach den ersten Regenf\u00e4llen wird das erste Saatgut in die Erde gebracht. Alle fragen sich besorgt: H\u00e4lt der Regen dieses Jahr gleichm\u00e4\u00dfig an, oder gibt es nach den ersten Schauern noch wieder eine lange Pause? Wenn man zu fr\u00fch auss\u00e4t, vertrocknen das Saatgut oder die jungen Pfl\u00e4nzchen. Wenn man zu sp\u00e4t s\u00e4t, reicht der Regen am Ende nicht, um die Ernte gut reifen zu lassen. Eine Wettervorhersage gibt es hier gar nicht.<\/p>\n<p>Dieses Jahr war es ganz extrem: Es gab ein paar fr\u00fche, sehr reichliche Regen, und dann mehrere Monate fast gar keinen Niederschlag. Alle Bauern waren sehr besorgt, alle beteten f\u00fcr Regen. Erst Mitte September gab es ein paar regelm\u00e4\u00dfige Regenf\u00e4lle. Viele Leute haben dieses Jahr gemischte Felder bestellt, z.B. Mais und Bohnen nebeneinander ges\u00e4t. Das eine braucht mehr Wasser, das andere weniger. Damit hoffen sie, wenigstens eine Ernte zu haben.<\/p>\n<p>Ende der Trockenzeit sind im Ort viele Brunnen schon trocken, und eine gute Regenzeit f\u00fcllt die Grundwasserreserven wieder auf. Eigentlich treten jetzt im September die Fl\u00fcsse fast \u00fcber die Ufer, aber dieses Jahr sind sie noch ganz leer.<\/p>\n<p>Hier freuen sich alle \u00fcber den n\u00e4chsten Regen, und die Kinder springen begeistert drau\u00dfen herum. Denken Sie an Ihrem n\u00e4chsten Regentag mal an uns, wenn Sie vielleicht genervt sind!<\/p>\n<p>Bis zum n\u00e4chsten Mal!<\/p>\n<p><em>Viele Gr\u00fc\u00dfe,<\/em><br \/>\n<em>Stefanie Zaske<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oktober 2013<br \/>\nHier gibt es j\u00e4hrlich eine Trockenzeit und eine Regenzeit. Die ersten Regen fallen im Mai; im Juli geht es dann so richtig los, und normalerweise endet die Regenzeit im Oktober. Ein halbes Jahr lang ist das ganze Land \u00fcppig gr\u00fcn. 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