{"id":277,"date":"2014-08-01T08:01:20","date_gmt":"2014-08-01T08:01:20","guid":{"rendered":"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/?p=277"},"modified":"2014-08-08T08:32:21","modified_gmt":"2014-08-08T08:32:21","slug":"die-stadtteilkuchenmaschine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/2014\/08\/die-stadtteilkuchenmaschine\/","title":{"rendered":"Die Stadtteilk\u00fcchenmaschine"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><a title=\"Der Sulzer Online Archiv\" href=\"http:\/\/www.der-sulzer-online.de\/index.php\/archiv\" target=\"_blank\">Der Sulzer, Ausgabe 292, August 2014, Seite 16<\/a><\/p>\n<p><strong><i>Liebe Leserinnen und Leser in und um Sulzbach,<\/i><\/strong><br \/>\nviele Gr\u00fc\u00dfe aus Ihrem Partnerkreis Bassila in Benin, Westafrika. Werden Sie auch manchmal morgens von einer K\u00fcchenmaschine geweckt? Aber nicht von Ihrer Eigenen, sondern von derjenigen der Nachbarn auf der anderen Stra\u00dfenseite?<\/p>\n<p>Wie viele verschiedene K\u00fcchenger\u00e4te haben Sie? Und wof\u00fcr verwenden Sie sie? Hier hat fast kein Haushalt elektrische K\u00fcchenger\u00e4te, aber es gibt zwei wichtige Werkzeuge, die in keiner K\u00fcche fehlen d\u00fcrfen. Das eine ist der Reibestein, das andere der M\u00f6rser mit St\u00f6\u00dfel.<\/p>\n<p>Jede gute K\u00f6chin verwendet hier die verschiedensten Gew\u00fcrze in ihren So\u00dfen. Knoblauch, Ingwer, Chili und Pfefferk\u00f6rner sind nur einige davon. F\u00fcr andere traditionelle Gew\u00fcrze kenne ich nicht mal einen deutschen Namen. Diese Dinge gibt es frisch oder getrocknet auf dem Markt. Man kann sie auch klein schneiden, aber am liebsten wird hier alles auf dem Reibestein mit etwas Wasser zu einer Gew\u00fcrzpaste gerieben, die das Essen dann sehr gleichm\u00e4\u00dfig w\u00fcrzt.<\/p>\n<p>Tomaten und Zwiebeln d\u00fcrfen auch in fast keiner So\u00dfe fehlen, und sie werden ebenfalls gerne auf dem Reibestein zu einem feinen Mus verarbeitet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_278\" aria-describedby=\"caption-attachment-278\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Reibestein-400px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-278\" alt=\"Reibestein 400px\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Reibestein-400px.jpg\" width=\"400\" height=\"395\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Reibestein-400px.jpg 400w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Reibestein-400px-300x296.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-278\" class=\"wp-caption-text\">Junge Dame am Reibestein<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: left;\">Reibesteine sind hier aus Granitplatten, die es in einigen Gegenden von Togo und Benin in der N\u00e4he von Steinbr\u00fcchen an der Stra\u00dfe zu kaufen gibt. Oder sie werden lokal aus Zement hergestellt. Sie stehen im Hof in der N\u00e4he der Feuerstelle. Man nimmt einen zweiten kleinen, handgro\u00dfen Stein, mit dem man geb\u00fcckt unter viel K\u00f6rpereinsatz Portion f\u00fcr Portion die Zutaten zerreibt. Kinder im Grundschulalter \u00fcben unter Aufsicht ihrer M\u00fctter und Tanten. Es braucht ziemlich viel \u00dcbung, ich selber kriege es bisher \u00fcberhaupt nicht sehr gut hin.<\/p>\n<p>M\u00f6rser gibt es in verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen, daf\u00fcr werden Baumst\u00e4mme von Hand ausgeh\u00f6hlt. Der dazugeh\u00f6rige Stampfer wird ebenfalls aus Holz geschnitzt. Ein kleiner M\u00f6rser ist ca. 25 cm hoch und steht auf dem Boden. Darin stampft man im Sitzen Gew\u00fcrze und andere Zutaten, z.B. auch die beliebten K\u00fcrbiskerne oder Erdn\u00fcsse, die in vielen So\u00dfen verwendet werden. Gro\u00dfe M\u00f6rser sind ca. 50 cm hoch und werden im Stehen bedient. Darin wird z.B. Jamsbrei gestampft oder trockene Maisk\u00f6rner von ihren \u00e4u\u00dferen Schalen befreit, oft auch von mehreren Frauen gemeinsam. Das Stampfen h\u00f6rt man weit \u00fcberall im Ort.<\/p>\n<figure id=\"attachment_279\" aria-describedby=\"caption-attachment-279\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/M\u00f6rser-400px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-279\" alt=\"M\u00f6rser 400px\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/M\u00f6rser-400px.jpg\" width=\"400\" height=\"627\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/M\u00f6rser-400px.jpg 400w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/M\u00f6rser-400px-191x300.jpg 191w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-279\" class=\"wp-caption-text\">Gew\u00fcrze stampfen im M\u00f6rser<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: left;\">Aber die Maschine, die mich oft morgens weckt, ist noch eine andere: unsere Stadtteil-K\u00fcchenmaschine. Diese benzinbetriebene M\u00fchle ist der Arbeitsplatz meiner Nachbarin, sie steht auf ihrer Terrasse. Ihre Kunden bringen von fr\u00fch morgens bis sp\u00e4t abends feuchte oder fl\u00fcssige Zutaten, die sie nicht von Hand mahlen m\u00f6chten. Meistens sind es gr\u00f6\u00dfere Mengen. Das Restaurant bringt seine Tomaten, oder die Dame, die Knabber-Sticks aus frittierter Erdnusspaste verkauft, bringt ihre gesamte Sch\u00fcssel mit Erdn\u00fcssen zum Mahlen. Die Krapfenverk\u00e4uferin kommt mit ihren eingeweichten Bohnen oder die Hirsegr\u00fctzeverk\u00e4uferin mit ihren eingeweichten Hirsek\u00f6rnern. Beides sind hier typische Fr\u00fchst\u00fccke, die am Stra\u00dfenrand verkauft werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_280\" aria-describedby=\"caption-attachment-280\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Motorm\u00fchle-400px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-280\" alt=\"Motorm\u00fchle 400px\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Motorm\u00fchle-400px.jpg\" width=\"400\" height=\"565\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Motorm\u00fchle-400px.jpg 400w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Motorm\u00fchle-400px-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-280\" class=\"wp-caption-text\">Die Stadtteilk\u00fcchenmaschine im Einsatz<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: left;\">Solche Motorm\u00fchlen gibt es viele im Ort, sie sind jeweils ein ganzer Arbeitsplatz. Der M\u00fcller oder die M\u00fcllerin werden nach Menge des zu mahlenden Gutes bezahlt. Und den Motor sowie das Mahlwerk h\u00f6rt man weit. Die Getreidem\u00fchlen, in denen Mehl gemahlen wird, sind viel gr\u00f6\u00dfer und dieselbetrieben. Auch sie gibt es in jedem Stadtteil.<\/p>\n<p>Wenn Sie das n\u00e4chste Mal eine Ihrer K\u00fcchenmaschinen nutzen, denken Sie doch einfach mal an uns.<\/p>\n<p>Bis zum n\u00e4chsten Mal!<\/p>\n<p><em>Viele Gr\u00fc\u00dfe,<\/em><br \/>\n<em>Stefanie Zaske<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>August 2014<br \/>\nWerden Sie auch manchmal morgens von einer K\u00fcchenmaschine geweckt? 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