{"id":301,"date":"2014-12-01T00:00:42","date_gmt":"2014-12-01T00:00:42","guid":{"rendered":"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/?p=301"},"modified":"2015-05-15T14:58:41","modified_gmt":"2015-05-15T14:58:41","slug":"es-schneit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/2014\/12\/es-schneit\/","title":{"rendered":"Es schneit!"},"content":{"rendered":"<p style=\"padding-left: 30px; text-align: right;\"><em><a title=\"Archiv &quot;Der Sulzer Online&quot;\" href=\"http:\/\/www.der-sulzer-online.de\/index.php\/archiv\" target=\"_blank\">Der Sulzer, Ausgabe 296, Dezember 2014, Seite ??<\/a><\/em><\/p>\n<p><i><strong>Liebe Leserinnen und Leser in und um Sulzbach,<\/strong><br \/>\n<\/i>viele Gr\u00fc\u00dfe aus Ihrem Partnerkreis Bassila in Benin, Westafrika. Hier schneit es! Ganz langsam rieseln die Flocken zu Boden und bleiben liegen.<\/p>\n<p>Nun fragen Sie vielleicht: Wie denn das, ist Bassila nicht in Afrika? Und ist es dort nicht warm? Ja, Sie haben recht. Wir haben \u00fcber 20 Grad. Und ehrlich gesagt sind die Flocken auch nicht wei\u00df, sondern schwarz. Aber liegen bleiben sie.<\/p>\n<p>Es sind n\u00e4mlich Ascheflocken, die von Buschfeuern verursacht werden und dann wieder herunterkommen. Sie tanzen wirklich wie Schneeflocken in der Luft und fallen zu Boden. Der Wind spielt dort weiter mit ihnen und sie werden hin und her geweht.<\/p>\n<p>Jedes Jahr zwischen November und M\u00e4rz ist die Saison der Buschfeuer. Seit Ende Oktober hat es nicht geregnet, und die Vegetation wird trocken. Ein Funke oder eine Zigarette kann schnell ein gro\u00dfes Buschfeuer ausl\u00f6sen. Die Felder und Plantagen sind dabei sehr gef\u00e4hrdet, und jedes Jahr gehen viele davon in Flammen auf. Damit wird blitzschnell monatelange Arbeit vernichtet. Oder bei den Cashewnuss-Plantagen sogar jahrelange Arbeit.<\/p>\n<p>Deshalb rufen die Beh\u00f6rden jedes Jahr am Anfang der Trockenzeit zu \u201evorbeugenden Buschfeuern\u201c auf. Um H\u00e4user, D\u00f6rfer, Felder und Plantagen werden damit Feuerschneisen angelegt. Die bereits abgebrannten Fl\u00e4chen sollen sp\u00e4tere ungeplante Buschbr\u00e4nde aufhalten.<\/p>\n<p>Jede Familie schneidet um ihr Haus die hohen Gr\u00e4ser. Dann brennt sie unter guter Aufsicht eine Schneise ab. Weil die Vegetation und der Boden noch relativ feucht sind, richten diese \u201efr\u00fchen Feuer\u201c keinen gro\u00dfen Schaden an, sogar die Organismen im Boden \u00fcberleben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_302\" aria-describedby=\"caption-attachment-302\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/beaufsichtigtes-Feuer-400px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-302\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/beaufsichtigtes-Feuer-400px.jpg\" alt=\"Feuerschneise brennen unter Aufsicht\" width=\"400\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/beaufsichtigtes-Feuer-400px.jpg 400w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/beaufsichtigtes-Feuer-400px-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-302\" class=\"wp-caption-text\">Feuerschneise brennen unter Aufsicht<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bei den Feldern und Plantagen verabreden sich die jeweiligen Besitzer, um gemeinsam das hohe Gras zu schneiden, die Bl\u00e4tter zusammenzufegen und bis zu zehn Meter breite Schneisen abzubrennen. Wenn dabei ein Feuer au\u00dfer Kontrolle ger\u00e4t, kann man es mit vereinten Kr\u00e4ften l\u00f6schen. Diese Schutzma\u00dfnahmen sind sehr viel Arbeit, deshalb machen es nicht alle Bauern. Und immer wieder fallen ihre Felder und Plantagen sp\u00e4ter im Jahr den gro\u00dfen Buschfeuern zum Opfer.<\/p>\n<p>Aber wenn die Feuergefahr so gro\u00df ist, wer z\u00fcndet denn immer mal wieder eines an? Manchmal sind es spielende Kinder, wenn sie M\u00e4use aufscheuchen und jagen wollen. Oder bei der traditionellen Jagd im M\u00e4rz wird auch Feuer gelegt, um das Wild zu treiben. Oder manchmal sind es Viehhirten, die eine Fl\u00e4che abbrennen. Denn dann w\u00e4chst in wenigen Wochen frisches gr\u00fcnes Gras nach f\u00fcr ihre Herden.<\/p>\n<p>Auch im Ort gibt es auf vielen Brachfl\u00e4chen meterhohes Gras. Wenn man das nicht rechtzeitig schneidet oder abbrennt, gibt es dort bei zunehmender Trockenheit meterhohe Feuer. Davon werden auch oft die Stromkabel oder die Pfosten besch\u00e4digt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_304\" aria-describedby=\"caption-attachment-304\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Feuer-bei-Stromleitung-400px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-304\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Feuer-bei-Stromleitung-400px.jpg\" alt=\"Vorbeugendes Feuer unter einer Stromleitung\" width=\"400\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Feuer-bei-Stromleitung-400px.jpg 400w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Feuer-bei-Stromleitung-400px-300x242.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-304\" class=\"wp-caption-text\">Vorbeugendes Feuer unter einer Stromleitung<\/figcaption><\/figure>\n<p>Also sollte man jetzt am Anfang der Trockenzeit selber vorbeugen, obwohl das viel Arbeit ist. Seit unserem zweiten Jahr in Bassila versuchen wir es, denn auf den freien Grundst\u00fccken neben uns steht sehr hohes Gras. Und im ersten Jahr hatte ein Feuer unsere Hecke stark besch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Und nun schneit es also. Die Ascheflocken von unserem vorbeugenden Feuer und von den Feuern der Nachbarn kommen herunter. Fast jeden Tag.<\/p>\n<figure id=\"attachment_303\" aria-describedby=\"caption-attachment-303\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Feuer-bei-Haus-400px.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-303\" src=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Feuer-bei-Haus-400px.jpg\" alt=\"Beim Nachbarn steigen Rauch und Ascheflocken auf\" width=\"400\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Feuer-bei-Haus-400px.jpg 400w, https:\/\/revue-gugu.org\/bab\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/Feuer-bei-Haus-400px-300x209.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-303\" class=\"wp-caption-text\">Beim Nachbarn steigen Rauch und Ascheflocken auf<\/figcaption><\/figure>\n<p>Denken Sie doch mal an den \u201eschwarzen Schnee\u201c in Bassila, wenn Sie den ersten \u201ewei\u00dfen Schnee\u201c in Sulzbach haben.<\/p>\n<p>Bis zum n\u00e4chsten Mal!<\/p>\n<p><em>Viele Gr\u00fc\u00dfe,<\/em><br \/>\n<em>Stefanie Zaske<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dezember 2014<br \/>\nViele Gr\u00fc\u00dfe aus Ihrem Partnerkreis Bassila in Benin, Westafrika. Hier schneit es! Ganz langsam rieseln die Flocken zu Boden und bleiben liegen.<\/p>\n<p>Nun fragen Sie vielleicht: Wie denn das, ist Bassila nicht in Afrika? Und ist es dort nicht warm? Ja, Sie haben recht. Wir haben \u00fcber 20 Grad. 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