Besuch in Bassila

Der Sulzer, Ausgabe 252, April 2011, Seite 23

Liebe Leserinnen und Leser in und um Sulzbach,
viele Grüße aus Ihrer Partnerkommune Bassila in Benin in Westafrika. Im November 2010 wurde der Städtepartnerschaftsvertrag hier feierlich unterzeichnet, ein ganz besonderer Anlass.

Dabei kam die Frage auf, wie diese Partnerschaft ausgebaut werden kann. Das steht und fällt ja damit, dass die Partner sich kennen.

In den letzten sechs Jahren sind bereits herzliche Beziehungen gewachsen zwischen den Delegationen, die Bassila und Sulzbach jeweils besucht haben. Es kann ja nicht jeder die weite Reise antreten. Aber die Lokalpresse kann zum gegenseitigen Kennenlernen beitragen. Sie können in Zukunft regelmäßig meine Briefe aus Bassila lesen. Und im Gegenzug drucken wir Mitteilungen aus Sulzbach in unserer neu gegründeten Wandzeitschrift hier.

Nun fragen Sie sich vielleicht, wer Ihnen hier eigentlich schreibt. Wir sind Zaskes, ein deutsches Ehepaar, das seit 10 Jahren in Bassila lebt. Wir arbeiten in der Erwachsenen-Alphabetisierung in Anii, einer der lokalen Sprachen. Wir möchten Sie in den nächsten Monaten auf eine kleine Entdeckungsreise nach Bassila einladen und Sie mitnehmen in das Leben und den Alltag hier.

Stellen Sie sich vor: Sie kommen mit dem Flugzeug in Cotonou im Süden Benins an. Von Paris dauert der Flug ca. 6 Stunden. Nach einer Übernachtung in Cotonou reisen Sie weiter nach Bassila: 370 Kilometer nach Norden, mit dem Auto. Für diese Fahrt auf der geteerten Hauptstraße brauchen Sie zur Zeit ca. 7 Stunden. Der Ausbauzustand der Straße ist mit einer  Landstraße in Deutschland zu vergleichen.

Allerdings müssen Sie ständig gut aufpassen, damit Sie den Ziegen und Schafen und Hunden ausweichen. Und den Schlaglöchern. Achtung, auf Ihrer Straßenseite kommen Ihnen Laster und Autos entgegen, wenn die andere Seite größere Schlaglöcher hat. Die letzten zwei Regenzeiten haben die Straße ziemlich mitgenommen, und Sie werden ganz gut durchgeschüttelt.

Zur Zeit haben wir hier tagsüber ca. 35°C, die heiße Jahreszeit hat gerade begonnen. Also sind Sie rechtschaffen müde und verschwitzt, wenn Sie am späten Nachmittag in Bassila ankommen. Die geteerte Hauptstraße geht direkt durch die Ortsmitte

Mototaxi auf der Straße in Bassila
Mototaxi auf der Straße in Bassila

Die Bassilaner sind sehr gastfreundlich und freuen sich über Besuch. Sie werden freundlich begrüßt: „Herzlich willkommen! Und wie geht es Ihnen mit Ihrer Von-der-Reise-Müdigkeit?“ Das ist hier eine typische Begrüßung. Reisen ist anstrengend. Das wissen alle. Und Ihre Antwort? „Sehr gut, danke.“

Soweit mal für heute mit ein paar allerersten Eindrücken.
Bis zum nächsten Mal!

Viele Grüße,
Stefanie Zaske

One Reply to “Besuch in Bassila”

  1. Stefanie, ich bin dein größter Fan!! Toll, dass du jetzt deine Briefe online hast und dass du den ganzen Blog selbst verwaltest. Weiter so.

    Leute, die Briefe sind oft eine Vereinfachung oder eine Verallgemeinerung, weil man komplexe Themen wie das Klima oder das Schulsystem (oder nur den Schulalltag) nicht auf einer halben Seite erschöpfen kann.

    Aber Stefanie macht das klasse; ich lebe ja auch hier und lese ihre Briefe. Jedes Wort ist wahr… 🙂

    Gruß (gut auch, dass du bei den Farben mutig bist, wenn wir hier vor Ort immer nur s/w drucken können)

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