Unser typisches Essen?

Der Sulzer, Ausgabe 264, April 2012, Seite 27 + 28

Liebe Leserinnen und Leser in und um Sulzbach,
viele Grüße aus Ihrer Partnerkommune Bassila in Benin, Westafrika. Als die Sulzbacher Delegation im November unser Team im Zeitschriftenbüro besuchte, fragten die jungen Bassilaner: “Was ist das typische Essen in Sulzbach?” Da war die Antwort gar nicht so einfach. Kartoffeln, Nudeln, Fleisch, Brot oder gar Pizza? Das ist doch in jeder Familie anders.

Als wir dann die Frage umdrehten und fragten: “Was ist das typische Essen in Bassila?”, waren sich alle sofort einig: Pâte!

Was das ist? Ein dicker Brei. Aus Mais oder Hirse, aus Maniok oder Yams, aber eben immer Brei. Ist das wirklich so typisch hier? Aber sicher, in jeder Familie wird abends Brei gegessen. Das Abendessen ist hier die Hauptmahlzeit des Tages. Wenn die Hausfrau etwas anderes serviert, wie etwa Reis oder Bohnen, beschweren sich nachher alle: “Wir haben ja gar nicht gegessen.” Abends macht nur Brei so richtig satt, findet man.

Das typische Abendessen besteht also aus Maisbrei. Dazu gibt es eine Kelle Eintopf, der hier Soße genannt wird. Viele Familien bauen selber Mais an, die anderen kaufen die getrockneten Körner schüsselweise auf dem Markt. Man sortiert die schlechten Körner und Steine aus, und dann bringt man den Mais zur Mühle. In jedem Stadtteil und Dorf gibt es hier Diesel-betriebene Getreidemühlen, wo der Müller das Getreide von Hand durch die Mühle lässt. Der Mais muss das Mahlwerk drei bis fünf Mal durchlaufen, bis das Mehl fein genug ist. Es ist dann ganz heiß.

Ein Müller bei der Arbeit
Ein Müller bei der Arbeit

Der Maisbrei selber wird nur aus Wasser und Mehl gekocht. Der Prozess ist gar nicht so einfach und erfordert viel Übung. Zuerst wird Wasser zum Kochen gebracht und etwas Mehl  eingerührt. Dann wird ein Teil der Mischung abgeschöpft und beiseitegestellt, bevor die große Menge an Mehl eingerührt wird. Es ist harte Arbeit, sicherzustellen, dass im großen Topf keine Klümpchen entstehen. Dann wird der Brei gut gekocht und ständig gerührt. Die Konsistenz perfektioniert man, indem man das abgeschöpfte Wasser langsam wieder dazugibt. In einem zweiten Topf wird parallel der Eintopf zubereitet, da gibt es viele verschiedene Rezepte.

Eine junge Frau rührt die Pâte
Eine junge Frau rührt die Pâte

Jeder bekommt seine Portion auf den Teller geschöpft, ein großer Berg Maisbrei und eine kleine Portion Eintopf. Dass dies das traditionelle Essen ist, sieht man auch daran, dass es von allen immer noch mit der Hand gegessen wird. “Du und das Essen!” So sagt man hier “Guten Appetit!”

Pâte und Soße
Pâte und Soße

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bis zum nächsten Mal!

Viele Grüße,
Stefanie Zaske

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