Markttag

Der Sulzer, Ausgabe 270, Oktober 2012, Seite 18 + 19

Liebe Leserinnen und Leser in und um Sulzbach,
viele Grüße aus Ihrem Partnerkreis Bassila in Benin, Westafrika. Jeden Mittwoch ist Markttag in Bassila. Und Markt ist hier in Afrika sehr wichtig. Es geht um viel mehr als das Einkaufen von frischem Gemüse. Es ist ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für die lokale Wirtschaft und für Beziehungen und Kontakte.

Gewürzhändlerin
Gewürzhändlerin

Markt hier ist ganz anders als in Deutschland. Man kann fast alles kaufen, außer Blumen. Die gibt es hier nirgends. Die Markttische und die stroh- oder wellblechgedeckten Stände stehen die ganze Woche leer, und am Markttag stellt jeder seine Waren aus. Es gibt Großhändler und kleine Stände. Es gibt Obst und Gemüse, wobei Gemüse hier hauptsächlich aus verschiedenen Sorten Spinat, Tomaten, Zwiebeln und Okra besteht. Gebratener und getrockneter Fisch, von Nomaden hergestellter Frischkäse, Palmöl, Karité-Butter, Gewürze, Jams, getrocknete Maiskörner, Hirse, Bohnen und andere lokale Lebensmittel werden angeboten.

Nichts wird gewogen. Vieles ist in kleinen Stapeln angeordnet, und die Stapel haben feste Preise. Ein großer Stapel Tomaten kostet 100 Francs CFA, ein kleiner 50 Francs CFA. Ein großer Stapel Zwiebeln ist für 500 Francs zu haben, ein kleinerer für 200 Francs und ein noch kleinerer für 100 Francs. Man kauft so viele Stapel, wie man möchte. Und dann bekommt man oft noch ein oder zwei Stück als “Geschenk” dazu.

Getreidehändlerin
Getreidehändlerin

Getreide, Bohnen oder Reis werden in gehäuften Schüsseln gemessen, der Preis hängt von der Größe der Messschüssel ab. Üblicherweise gibt es drei verschiedene Größen. Und als “Geschenk” bekommt man noch eine Handvoll dazu. Bei den Grundnahrungsmitteln verhandelt man nicht, die Preise sind fest und variieren je nach Saison und nach Angebot und Nachfrage. Ein Bündel Spinat kostet immer 25 Francs, die Größe variiert je nach Saison. Der Stapel Tomaten für 100 Francs ist je nach Saison größer oder kleiner. Und die Schüssel Mais ist teurer oder preiswerter, je nachdem ob es kurz vor oder kurz nach der neuen Ernte ist.

Dann gibt es auch importierte Lebensmittel wie Reis, Speiseöl, Nudeln, Tomatenmark oder Sardinen in Dosen.

Stoffhändler
Stoffhändler

Man findet ebenfalls jede Art von Haushaltswaren, Schüsseln, Töpfe, Geschirr, Brunnenschöpfeimer, aber auch neue und gebrauchte Kleidung und schöne bunte Stoffe, aus denen Kleider geschneidert werden. Eisenwaren, Taschen, Radios, Fahrräder und Fahrradteile, Nähzubehör und Handyzubehör — es gibt am Mittwoch in Bassila fast nichts, was man nicht kaufen kann. Viele Händler kommen aus umliegenden Orten. Die Großhändler bringen ihre Waren, und die örtlichen Wiederverkäufer decken sich neu mit Ware ein.

Man kann auch Hühner, Perlhühner, Ziegen und Schafe kaufen. Die nimmt man entweder zum Schlachten oder zum Züchten mit nach Hause, zu Fuß, auf dem Fahrrad oder Motorrad, oder auf dem Dach vom Markttaxi.

Minibusse werden außen hoch mit Waren beladen und innen mit vielen Passagieren. Die Straßen sind schlecht, das Reisen beschwerlich, aber Markttag ist immer eine bunte und fröhliche Angelegenheit für die ganze Stadt.

Beladene Taxis
Beladene Taxis

Bis zum nächsten Mal!

Viele Grüße,
Stefanie Zaske

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